Hilfsmittel zur Kommunikation, PC-Bedienung und Umfeldsteuerung
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Mit den Augen schreiben

Ununterbrochen wandern ihre Augen über den Monitor. Beate hat viel zu erzählen – in einer unglaublichen Geschwindigkeit reiht sie Wort an Wort und Satz an Satz. Drei kleine Schildkrötenfiguren stehen auf dem Monitor des Tobii und beobachten sie beim Kommunizieren. Was für ein Kontrast – zum Glück sind sie aus Kunststoff, sonst würde ihnen sicher schwindelig werden.

Beate und die Schildkröten
Beate ist 48 Jahre alt und hat ALS. Sie erzählt: „Seit 2005 habe ich ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) zumindest sind 2005 die ersten Symptome aufgetreten. Im Mai 2006 bekam ich die Verdachtsdiagnose ALS, im Oktober 2006 sollte ich mir dann das Todesurteil ALS schriftlich abholen. Da ich aber den körperlichen Verfall deutlich gemerkt habe, beschloss ich, noch mal drei Wochen auf die Seychellen zu fliegen. Dann war im Februar 2007 jemand wegen eines Kommunikationsgerätes da – dieses hätte aber auf längere Sicht nichts getaugt. Zum Glück beauftragte meine Kasse die Firma Rehavista. Herr Liebusch kam und empfahl mir aufgrund der Diagnose ein Gerät mit Augensteuerung. Mit dem Tobii kam ich sofort gut klar. Man kann mit ihm nicht nur verbal kommunizieren, sondern auch ins Internet, Spiele spielen und E-Mails versenden. Ich nutze ihn auch wie einen ganz normalen Computer – ich habe sogar Videos geschnitten und bearbeitet. Die Schnelligkeit beim Schreiben kann man einstellen und zum Schluss funktioniert es genau wie mit Tastatur an einem normalen Computer.“
Beate managt ihren gesamten Alltag mit dem Tobii, deshalb muss es schnell gehen. Sie verwendet eine enorm kurze „Dwell-Zeit“ – das ist die Zeitspanne, über die sie einen Buchstaben mit den Augen fixieren muss, bis dieser auslöst. In ihrem Fall sind das 0,3 Sekunden.
Mit der Augensteuerung ist Beate blitzschnell.

Beate berichtet: „Mit Hilfe des Tobii organisierte ich auch eine Benefizveranstaltung mit Fachvorträgen, Angeboten für das ,leibliche Wohl‘ und mit einem Konzert als krönenden Abschluss. Zuerst hat Chefarzt Dr. med. A. Rheinshagen aus Borna einen sehr verständlichen Vortrag über ALS gehalten. Mein Hilfsmittelberater Jens Liebusch von Rehavista hat über Kommunikationshilfen gesprochen. Zwischendurch gab es natürlich auch etwas für das ,leibliche Wohl‘. Außerdem wurde ein Videoclip über mich gezeigt, mit einem Zusammenschnitt aus gesunden und aus kranken Tagen. Im Vorfeld hatten zwei Freundinnen von mir diesen Trailer gedreht bzw. aus meinem eigenen Filmmaterial Ausschnitte zusammengestellt. Zum krönenden Abschluss gab es ein Konzert mit Fady Maalouf, der dem einen oder anderem vielleicht aus der ,Deutschland sucht den Superstar‘-Staffel 2008 bekannt ist. Von ihm bin ich Fan.
Das Schwierigste war, Künstler und Location unter einen Hut zu bringen. Schon eine konzerttaugliche Location zu finden, war ein Problem. Der Veranstalter hatte utopische Zahlen im Kopf. Ich habe mich dann davon verabschiedet und gedacht, wenn 500 Leute kommen, ist das viel. Wir haben es dann in der Paul-Gerhardt-Kirche Leipzig veranstaltet, dort kannte ich mich aus. Vor allem meine Freunde und meine Cousine haben mich unterstützt bei diesem Vorhaben. Im Großen und Ganzen war es ein gelungener Abend, trotz einiger Schwierigkeiten.“
Und wer Beate noch besser kennenlernen möchte, kann sich den Trailer Beate auf Youtube ansehen. Außerdem gibt es auch einen Ausschnitt aus dem Konzert mit Fady Maalouf auf Youtube.



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