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Poesie statt Pillen

Jürgen Jaeschke
Jürgen Jäschke: Dichtkunst auf Rezept

Schon lange gilt es als unumstritten, dass Kunst (im Allgemeinen) und Gedichte (im Besonderen) einen großen therapeutischen Nutzen haben.

Jürgen Jäschke nutzt diese Wirkung für sich: Er findet in der Poesie einen Weg, sich mit seinem Schicksal auseinanderzusetzen und mit Stimmungstiefs umzugehen – und das völlig nebenwirkungsfrei.

Die Idee dazu stammte von seinem Hausarzt, der ihm das Dichten als Alternative zu einer medikamentösen Behandlung vorschlug. Mit Erfolg.

Jürgen Jäschke nutzt das Kommunikationsgerät Tobii C12 mit Augensteuerung CEye, um seinen Alltag selbstbestimmter zu gestalten. Während seine eigene Stimme am Vormittag – leise zwar – aber dennoch gut zu verstehen ist, so kann das Sprechen für ihn im Laufe des Tages anstrengend werden. Wenn er sich für eine Weile zurückziehen möchte, z.B. um eine Partie Schach am Tobii zu spielen, so hat er für diese Gelegenheiten fertig programmierte Ansagen auf dem Gerät, die er im Bedarfsfall schnell und ohne viel Aufwand abrufen kann: z. B. “Im Augenblick komme ich zurecht. Ich melde mich, wenn ich etwas benötige.” Circa 70 eigene Seiten mit vielen importierten Fotos nutzt Jürgen Jäschke zur Kommunikation. Eine Seite mit Fotos der benötigten Medikamente gehört ebenso dazu wie eine Seite mit acht verschiedenen Reissorten, die er gern mag und zwischen denen es seiner Meinung nach zu unterscheiden lohnt.

Jürgen Jaeschke
Augengesteuert: Herr Jäschke wählt das Fernsehprogramm

Abends beim Fernsehschauen wählt Herr Jäschke mit Hilfe der integrierten Umfeldsteuerung selbst das Programm aus. Mit der Technik seiner Augensteuerung kommt Jürgen Jäschke gut zurecht – selbst, wenn sein Umfeld sich nicht auskennt: “Bitte drücken Sie die A-Taste an der Seite des Gerätes”, wiederholt er geduldig, bis er verstanden wird. Daraufhin öffnet sich ein Fenster, das den Erkennungsmodus seiner Augen anzeigt. Die optimale Feinabstimmung erkennt man daran, dass seine Augen, dargestellt durch zwei weiße Punkte, sich in der Mitte des Fensters befinden.

Die Erkennung des Gerätes C12 ist bereits auf die Augen von Herrn Jäschke eingestellt, seine Blicke werden als roter Punkt auf den Tasten des Bildschirms dargestellt. Fixiert Herr Jäschke nun ein bestimmtes Feld, so wird dieses ausgewählt. Das geht verblüffend schnell – mit der Bildschirmtastatur des Tobiis schreibt er auf diese Weise ganze Texte. … so auch seine Gedichte. “Es ist für mich eine Form, die innere Zerrissenheit umzuwandeln und besser mit meinem Schicksal umzugehen”, schreibt er. Eigentlich sind seine Gedichte sehr privat und dienen dazu, sich selbst zu helfen. Eines jedoch hat Jürgen Jäschke für uns ausgewählt:

Ruhe

Unendliche Sehnsucht, kreischendes Herz,
wirre Gedanken begleiten meinen Schmerz.

Gedanken verreisen, zieh’n weit von mir fort.
Tagträume zeigen mir dann diesen himmlischen Ort.

Friedvolle Stille strömt in mich ein.
Herz und Gedanken bestimmen wieder mein Sein.

Lange Suche nach dem ersehnten Platz.
Jetzt find ich in mir selbst den wertvollen Schatz.

Klaffende Wunde bist gehegt und gepflegt.
Nun kommst du endlich, Ruhe – hast viel in mir bewegt.

Jürgen Jäschke



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