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S wie Socke - Mara lernt mit LiterAACy schreiben

Es ist 9.15 Uhr. Die Kinder der Grundschulklasse 1b der Ottilienschule Fulda sitzen im Morgenkreis und präsentieren ihre Hausaufgaben. Mara mischt mit. Gegenstand der Unterhaltung ist der Buchstabe „S“. Alle Kinder sollten zu Hause Bilder zu Begriffen, die den Buchstaben „S“ enthalten, ausschneiden und auf einen Zettel kleben – z.B. aus Katalogen, Werbeanzeigen oder Zeitschriften. Auf Maras Zettel ist ein Strumpf abgebildet. „S wie Socke“ steht darüber.

A wie Augensteuerung

Maras Hausaufgaben: S wie Socke

Seit 3 Monaten geht Mara schon zur Schule. Genau wie ihre MitschülerInnen lernt sie lesen und schreiben. Der Unterschied: Mara schreibt mit den Augen. Aufgrund einer infantilen Cerebralparese (frühkindliche Hirnschädigung) ist das Mädchen motorisch stark beeinträchtigt. Einen Stift kann sie nicht in der Hand halten.

Zum Ausgleich verwendet sie ein Kommunikationsgerät, ein Tobii C12 mit Augensteuerung. Das Hilfsmittel verfügt über eine Sprachausgabe, so dass sich Mara lautsprachlich mitteilen kann. Außerdem unterstützt der Talker die Siebenjährige beim Erwerb der Schriftsprache. Das geht dank LiterAACy. Das auf dem Tobii enthaltene Programm enthält Vokabular, das auf Symbolen basiert und alphabetisch angeordnet ist, um Maras Lese- und Schreibfähigkeit gezielt zu fördern. Wenn das Mädchen mit den großen braunen Augen auf den Buchstaben „S“ blickt, schlägt ihr das Programm z.B. auch eine Socke vor.


E wie Ehrgeiz

Mara ist an der Reihe. „S wie Socke“ – stimmt genau! Ein Mitschüler hilft ihr ganz selbstverständlich, das Hausaufgabenblatt zu präsentieren. Unterstützung erhält sie außerdem von der Förderschullehrerin, die in verschiedenen Integrationsklassen tätig ist und jetzt neben ihr im Morgenkreis sitzt.

Unterricht in der Integrationsklasse
In der Ottilienschule ist Inklusion nicht nur Thema, sondern auch Praxis. Wörter, Sätze und kleine Texte, die Mara schreibt, kann sie anschließend auf dem Klassendrucker ausdrucken, um ein vergleichbares Erfolgserlebnis zu haben wie ihre MitschülerInnen. „Mara ist ein sehr ehrgeiziges Mädchen“, beschreibt ihre Lehrerin.
Sie erinnert: „Als sie einmal einen Schreibfehler machte, weigerte sie sich strikt, das Ergebnis auszudrucken. Nachdem jeglicher Protest nicht fruchtete, navigierte Mara blitzschnell durch das Programm und löschte die Sätze, so dass wir sie nicht mehr drucken konnten. Bemerkenswert – nicht nur das Tempo, sondern auch der Lösungsweg: Clever, wie sie sich durchgesetzt hat.“

F wie Feierabend

Es ist 15 Uhr, Mara hat schulfrei. Sie sitzt zu Hause auf dem weichen Teppich im Wohnzimmer. Der Tobii steht, befestigt an einem Tischständer, vor ihr auf dem Boden. Mara spielt Arzt-Memory, wahrend ihre Mutter am Küchentisch erzählt: „Als die Einschulung bevorstand, wurde uns klar, dass unsere Tochter ein Kommunikationsgerät benötigt, das zu ihren kognitiven Fähigkeiten passt.“ Besonders nachdem die Entscheidung für eine integrative Beschulung gefallen war, wurde die Versorgung mit einem System, das Mara eine aktive Teilhabe am Unterricht ermöglichen würde, zur Priorität. Das Gerät sei inzwischen zu einem wichtigen Begleiter geworden, erzählt Frau Hess: „Ohne Tobii können wir uns das Leben fast nicht mehr vorstellen.“

K wie Kichern

Wenn die Siebenjährige nicht für die Schule übt, benutzt sie die Augensteuerung zum Spaß haben. Sie navigiert durch alle Programme und forscht, was es an Inhalten zu entdecken gibt. Besonders gerne beschäftigt sich Mara mit dem Programm „Sono Primo“. Die Strategie richtet sich an junge Nutzer. Im Vordergrund steht immer ein lebendiges Szenenbild, umrandet mit themenbezogenem Vokabular. Mara spielt „Waschen“. Sie kann entscheiden, in welche Schlammpfütze der kleine Hund auf dem Bildschirm hüpfen soll – und hinterher darf sie ihn von oben bis unten in der Badewanne einschäumen. Alles rein virtuell, versteht sich. Während ihre Mutter erzählt, ist ab und zu ein lebhaftes Kichern aus dem Wohnzimmer zu hören. Dann ändert sich die Geräuschkulisse. Ein Blick über Mara Schulter zeigt: Sie hat genug vom Waschen und betrachtet jetzt das Szenenbild Mahlzeiten. Sie kann eine Speise auswählen, die die Figur am Esstisch dann vertilgt. „Mjamjamjam!“ sagt der Tobii zum Salat. Mara kichert – die Figur ist witzig!

Mara: Ein Plädoyer für Spaß an der Kommunikation
M wie Motivation

Für alle Entwicklungsbereiche eines Kindes besitzt das Spiel die führende Rolle. Spielend erschließen sich Kinder die Welt und lernen, aktiv zu interagieren. Auch beim Erlernen von Sprache sollte der Spaß nicht außer Acht gelassen werden. Maras Beispiel zeigt das. Während sich ihre Lese- und Schreibfähigkeiten spielend vergrößern und sie zugleich die Navigation über Blicke immer besser zu beherrschen lernt, fühlt sich das Mädchen prima unterhalten. M – das steht für Motivation – und für Mara. Ein Plädoyer für Spaß an der Kommunikation!



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