Hilfsmittel zur Kommunikation, PC-Bedienung und Umfeldsteuerung
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Ob eine Kommunikationshilfe tatsächlich im Alltag genutzt wird oder lediglich “im Schrank steht” hängt wesentlich von den dargebotenen Inhalten ab – und von der Motivation des Nutzers. Was ein Kind sagen möchte, steht nicht selten in Kontrast zu dem, was Eltern hören wollen. Das gilt für Kinder mit Sprachbeeinträchtigung genauso wie für jedes andere Kind. Besonders ganz am Anfang ist es wichtig, Aussagen auf dem Gerät bereitzustellen, die interessant sind und die es nicht schon vorher mit körpereigenen Kommunikationsformen ausdrücken konnte. “Ich möchte etwas essen” oder “ja/nein” sind deshalb eher ungeeignet, auch wenn diese Sätze bei einer Versorgung vom Umfeld oft gewünscht werden.

Hochmotiviert: Foppen macht Spaß und erhöht die Trefferquote!

Als der sechsjährige Maxi seine Kommunikationshilfe DynaVox Vmax bekam, fiel es ihm aufgrund seiner beeinträchtigten Motorik zunächst sehr schwer, eine Taste gezielt auszulösen. Eines der ersten Wörter, das er bewusst und wiederholt wählte, verbarg sich hinter einer Schimpftaste. Die Motivation, etwas zu sagen, was über die Mitteilung von Bedürfnissen hinausging, war für ihn offensichtlich sehr groß.

“Als Eltern sind wir hier gefordert. Einerseits freuen wir uns über das Erfolgserlebnis und die Fortschritte unseres Sohnes, andererseits müssen wir schimpfen, wenn der Inhalt der Aussage sich einfach nicht gehört – genau wie bei unserem älteren Sohn” erklärt Maxis Mutter. Maxi lernte auf diese Weise gleich drei Dinge: Er betätigte mit Begeisterung die Taste Dumme Kuh, erkannte, dass man die eigene Mutter besser nicht auf diese Weise ansprechen sollte und lernte daraufhin sehr schnell, die Empörte mit der Taste Entschuldigung zu besänftigen.

Inzwischen kommuniziert Maxi mit der Kommunikationsstrategie Gateway 40 und lernt ganz Sätze aus Einzelwörtern zusammenzustellen. Sein erster vollständiger Satz entstand wiederum im familiären Kontext. Maxis Mutter berichtet:

“Unser älterer Sohn Seppi fühlt sich manchmal benachteiligt, weil Maxi aufgrund seiner körperlichen Beeinträchtigung nicht im Haushalt helfen muss. Nach dem Abendessen protestierte Seppi einmal lautstark dagegen, den Tisch abräumen zu müssen. Darauf bildete Maxi den Satz: “Seppi muss aufräumen und abspülen. Jetzt.” Als Seppi daraufhin richtig böse wurde, konnte Maxi mit der Schimpfwort-Taste kontern. Auch wenn wir in dieser Situation natürlich den Streit schlichten mussten, freuten wir uns, Zeuge einer typischen Zankerei zwischen zwei Brüdern geworden zu sein – und dass Maxi mithalten konnte. Wir haben gleich die Logopädin angerufen, um von seinem ersten komplexen Satz zu berichten!”

Wer wird wohl deutscher Meister?
Maxi hat schnell gelernt, das Gerät als Instrument für sein stark ausgeprägtes Kommunikationsbedürfnis zu nutzen. Dazu gehört auch, einfach mal zu plaudern, zum Beispiel über seine Interessen. Maxi ist großer Bayern München Fan, sogar die Räder seines Rollis schmücken sich mit dem Vereinslogo des Lieblings-Fußball-Clubs. Nach jedem Spieltag kann Maxi den aktuellen Tabellenplatz der Bayern auf die Tischplatte klopfen. Wenn er differenzierter fachsimpeln möchte, nutzt er das Seitenset Bundesliga auf seiner DynaVox. Damit kann er fragen: “Wer wird wohl Deutscher Meister?” und schweren Herzens eine Einschätzung abgeben: “Ich denke… Borussia Dortmund”. Die Möglichkeit über sein Hobby zu plaudern, gibt Maxi die Chance, zu agieren und in Interaktion mit seiner Umgebung zu treten – und nicht nur zu reagieren und zu antworten.

Die Familie beherzigt den Anspruch, interessante Inhalte auf der DynaVox anzubieten. Wichtig ist es deshalb, die Inhalte auf dem Gerät aktuell zu halten, um zu gewährleisten, dass sich Maxi über Dinge austauschen kann, die ihn bewegen. Ernste oder unangenehme Themen sollten dabei genauso Berücksichtigung finden. Eine wichtige Seite auf Maxis Vmax ist z.B. eine Sterbeseite. Zunächst hatten wir ein komisches Gefühl dabei, Fragen und Aussagen rund um das Thema Sterben zu programmieren. Nach dem Tod eines Kindes aus der Kindergartengruppe stellten wir jedoch fest, dass Maxi sich gedanklich stark damit beschäftigte. Wir wagten deshalb den Versuch und gaben ihm die Möglichkeit, gezielt Fragen zu stellen: “Wo ist der Junge jetzt?”, “Was passiert wenn jemand stirbt?”, “Was passiert bei einer Beerdigung?” Besonders in der ersten Zeit nutzte Maxi die Seite sehr häufig. Zum Glück reagierte sein Umfeld überwiegend souverän auf diese Fragen, die nicht immer leicht zu beantworten sind. Dies gilt auch – oder besonders – für Maxis Förderkindergarten “Sonnenschein”, der den Jungen in seiner alternativen Kommunikationsmethode vorbildlich unterstützt.

Über das Hobby plaudern: Maxi ist Bayern-Fan

Maxis erster Satz und die raschen Fortschritte in seiner Sprachentwicklung zeigen deutlich, wie wichtig alters- und interessenorientierte Inhalte auf dem Gerät sind. Alltagskommunikation besteht nicht nur aus der Mitteilung von Bedürfnissen.

Für Maxi ist Kommunikation viel mehr: Plaudern, streiten, fachsimpeln, fragen, spielen – und wie für jeden anderen Sechsjährigen auch: Foppen. Letzteres gilt nicht ausschließlich für den Bruder. Der pfiffige Bayern-Fan kennt keine Gnade – sein letzter Satz an den Besuch aus Bremen:

“Welche Mannschaft steigt wohl ab? Ich denke… Werder Bremen!”



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