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Es ist immer gut, einen PlanBe zu haben!

Rike Dannhart arbeitet bereichsübergreifend im Fachbereich Heilpädagogik im Franziskuswerk Schönbrunn. Sie unterstützt ihre KlientInnen häufig zunächst in den Lebensbereichen, aus denen sich eine Anfrage an sie richtet; dies kann eine Wohngruppe, Schule, Förderstätte oder auch eine Werkstatt sein. Um bestmögliche Bedingungen für nichtsprechende Menschen in Schönbrunn zu schaffen, ist es ihr Anliegen, die einzelnen Teilbereiche bei der Vorbereitung einer Hilfsmittelversorgung, aber auch in der Nachbetreuung zusammenarbeiten zu lassen. Zu diesem Zweck nutzt die Heilpädagogin mit der Zusatzqualifikation „UK-Coach“ seit dem 1. März 2015 als Standard das Interventionsverfahren PlanBe.

Frau Dannhart, warum haben Sie sich für den Standard-Einsatz von PlanBe entschieden und wie binden Sie das Verfahren in Ihren Alltag ein?
Rike Dannhart: In unserer Einrichtung werden gerne UK-Hilfsmittel hinzugezogen. Wer aber bestimmt, welche Person ein Hilfsmittel benötigt und kümmert sich um die passenden Inhalte? Ich habe häufig erlebt, dass Sprachcomputer, die eigentlich zu den motorischen und kognitiven Fähigkeiten des Klienten passten, ungenutzt im Schrank lagen. Mit PlanBe versuchen wir nun die Hilfsmittelversorgungen strukturierter aufzubauen. Dies bezieht sich sowohl auf anstehende Beratungen als auch auf Personen, die bereits versorgt wurden. Im zweiten Fall wenden wir nachträglich PlanBe an, weil „Plan A“ offensichtlich nicht funktioniert hat.

Rike Dannhart: Es ist immer gut, einen PlanBe zu haben!

Wie genau läuft eine Interventionsplanung mit PlanBe in Ihrer Einrichtung ab?
In der Regel werde ich von einem Lebensbereich kontaktiert, der einen Bedarf für UK-Unterstützung erkannt hat. Bevor es überhaupt zu einer Beratung kommt, lernen wir den Klienten besser kennen und hospitieren in seinen verschiedenen Lebensbereichen. Dann geben wir den Tagesplan (Schritt 1) an die KollegInnen dieser Lebensbereiche, lassen eine Woche lang Eintragungen vornehmen und diese auf Motivation für den Nutzer und Relevanz für das Umfeld überprüfen. Die Ergebnisse führe ich anschließend im Testheft im Schritt 2 (Bewertung) zusammen und nehme eine erste Priorisierung vor. Im nächsten Schritt führe ich die Klientenbefragung (Modul 2) mit den Symbolkärtchen und der Klettmappe durch. Manchmal unterstützen wir hier auch mit anderen Medien (z. B. einem GoTalk) – je nachdem, womit die Person bis zu diesem Zeitpunkt am besten kommunizieren konnte.

Die Klientenbefragung gilt im Verfahren als optional, da diese ggf. nicht mit allen Personen durchgeführt werden kann. Wie hoch ist bei Ihnen der Anteil der KlientInnen, mit denen Sie die Befragung durchführen?
Wir haben die Klientenbefragung bislang in allen 23 Fällen durchgeführt, auch bei sehr schwachen Personen. Meine Erfahrung war, dass besonders die „Einverständniserklärung“ sehr gut angekommen ist, da sie den Nutzern vermittelt, dass sie gehört werden und ihre Zustimmung entscheidend ist. Ob die Zustimmung letztendlich durch die eigene Unterschrift, ein „Häkchen oder Kreuzchen“, durch ein Ja/Nein-Zeichen oder den Druck auf eine Sprechende Taste („ich bin einverstanden“) erfolgt, wird von uns im Bogen dokumentiert. Wichtig ist, dass jede Person gemäß ihrer Fähigkeiten Zustimmung und Ablehnung zeigen kann. Das gilt auch für den Passus: „Du kannst jederzeit stopp sagen“. Zu diesem Zweck halten wir bei der Klientenbefragung einen BIGmack bereit. Da wir viel mit Erwachsenen arbeiten, kommt bei unseren Nutzern überwiegend die Variante in der „Sie-Form“ zum Einsatz.

Rike Dannhart in ihrem Büro im Franziskuswerk Schönbrunn

Haben Sie bei der Befragung auch schon Überraschungen erlebt?
Allerdings! Ein erwachsener Klient zum Beispiel hat mit Nachdruck die Kärtchen für „über Krankheiten reden“ und „über Behinderungen reden“ unter „nicht wichtig“ einsortiert. Wir haben diese Inhalte stets als wichtig erachtet, z. B. für Arztgespräche etc. Demnach zeigte sich hier ein deutlicher Fall von „Relevant für das Umfeld“ aber „Nicht motivierend für den Nutzer“. Da war ich tatsächlich überrascht. Es macht einfach Spaß, die Menschen auf diese Weise einmal anders kennenzulernen. Als schwierig oder irritierend wurde übrigens häufig die neutrale, gelbe Karte bewertet. Bei einigen Klienten haben wir sie aus diesem Grund gar nicht mit angeboten.

Können Sie uns berichten, wie PlanBe von den MitarbeiterInnen der unterschiedlichen Fachabteilungen angenommen wird?
Hilft uns die Einverständniserklärung, um die Nutzer zum Mitmachen zu motivieren, so können wir das Team durch die klare Struktur für PlanBe gewinnen. Anfängliche Bedenken, dass das Verfahren zu zeitaufwendig oder kompliziert sei, konnten wir schnell entkräften. Tatsächlich haben wir festgestellt, dass PlanBe die Barrieren in der UK-Versorgungen eher verringert. „Endlich wissen wir, wie wir es machen“ hören wir nun, anstatt wie früher „das funktioniert nicht“. Davon bin ich persönlich auch überrascht worden. Das Interventionsverfahren nimmt den MitarbeiterInnen Ängste und Druck und bietet stattdessen Orientierung. Es wird weniger experimentiert – und bringt damit letztendlich sogar eine Zeitersparnis.

PlanBe muss mit!

Ich möchte noch einmal zurück zu Ihren Abläufen gehen: Wie machen Sie nach der Klientenbefragung weiter?
Die persönlichen Vorlieben und Interessen helfen uns zur Vorbereitung der Beratung, so können wir bereits spannende Inhalte auf den infrage kommenden Hilfsmitteln zur Verfügung stellen. Sind wir schließlich bei Schritt 4 (Ziele formulieren) angelangt, rufen wir das Team und den Klienten zu einem „Runden Tisch“ zusammen. Wir haben festgestellt, dass sich PlanBe sehr gut in unsere etablierten Konzepte einfügt. So schließen wir das POB-Konzept (Planung und Organisation in der Betreuung) an PlanBe an. Beide Verfahren ergänzen sich gut. Wenn es letztendlich zu einer Kostenübernahme des getesteten und beantragten Hilfsmittels kommt, sind alle Beteiligten motiviert und wissen genau, wie sie starten können. Das ist für mich der größte Mehrwert.



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