ALS
Unterstützte Kommunikation und Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
Spätestens seit der Ice Bucket Challenge im Jahre 2014 ist ALS im Bewusstsein der Öffentlichkeit angekommen. Die fortschreitende (progrediente) Erkrankung des zentralen und peripheren Nervensystems führt bei den Betroffenen zu motorischen Einschränkungen, die auch den Mund- und Gesichtsbereich betreffen können und damit u.U. die Sprachproduktion erschweren. Je nach Form und Verlauf können allerdings verschiedenste Hilfen der UK eingesetzt werden, um die mit der Erkrankung einhergehenden degenerativen motorischen Funktionen auszugleichen und eine selbstbestimmte und autonome Lebensführung weiterhin zu ermöglichen.
Der Verlauf der ALS ist bei den Betroffenen individuell, zudem variieren die Leitsymptome je nachdem, ob die Erkrankung im Hirnstamm (bulbär) oder im Rückenmark (spinal) beginnt. Die Unterstützte Kommunikation bietet verschiedene Hilfsmittel, die dem Bedarf der Betroffenen gerecht werden. In der Ansteuerung sind die meisten Systeme flexibel anpassbar, von der manuellen Steuerung, über die Bedienung mit Maus- und Mausersatzgeräte, der Eingabe im Scanningverfahren oder mittels Augensteuerung. Über Kommunikationshilfen wie die Grid Pads 13 und 16 ist auch eine Steuerung des Umfelds, z.B. Licht, Fernseher etc. - sowie des Computers möglich. Barrierefreie Apps in Grid 3 ermöglichen die Nutzung von Sozialen Medien, WhatsApp, E-Mail etc.
Weitergehende Informationen zu UK und ALS:
- Wendt, O. (2005): Unterstützte Kommunikation bei Amyothropher Lateralsklerose (ALS). In: Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. (Hrsg.): Handbuch der Unterstützten Kommunikation. Karlsruhe: von Loeper-Literaturverlag, S. 11.029.001-11.044.001
- Zeitschrift Unterstützte Kommunikation (2009). UK nach erworbenen Schädigungen. Karlsruhe: von Loeper (3)
- Pantke, K.-H. (2019). Unterstützte Kommunikation bei erhaltenem Sprachverständnis - Hilfsmittel bei Locked-in-Syndrom und ALS. In: Forum Logopädie 4/2019.