Unterstützte Kommunikation und Aphasie
Wege zurück in die Verständigung
Aphasie ist eine erworbene Sprachstörung, die infolge einer Schädigung des Gehirns auftritt – meist nach einem Schlaganfall. Sie betrifft alle Bereiche der Sprache: das Sprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben können in unterschiedlichem Ausmaß beeinträchtigt sein. Dies hat tiefgreifende Auswirkungen auf Kommunikation und soziale Teilhabe.
In Deutschland leben schätzungsweise 85.000 bis 100.000 Menschen mit Aphasie, jährlich kommen etwa 25.000 Neuerkrankungen hinzu. Aphasien treten häufig plötzlich und unerwartet auf. [Quellen: hirnstiftung.org, dbl-ev.de]
Aphasie im Alltag: Mehr als ein Sprachproblem 
Die Auswirkungen einer Aphasie reichen weit über sprachliche Schwierigkeiten hinaus:
- Gespräche werden mühsam oder brechen ab,
- Missverständnisse entstehen,
- soziale Kontakte werden reduziert,
- Selbstständigkeit und Teilhabe nehmen ab.
Kommunikation ist jedoch eine grundlegende Voraussetzung für Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe. Genau hier setzt die Unterstützte Kommunikation (UK) an.
Warum Unterstützte Kommunikation (UK) bei Aphasie sinnvoll ist
Die Anwendung von Unterstützter Kommunikation in verschiedenen Formen (Schrift, Symbole, Sprachcomputer, Bildkarten etc.) kann helfen, den Verarbeitungsprozess zu erleichtern, Kommunikationsbarrieren und -einschränkungen zu verringern und eine Teilnahme an alltäglichen Aktivitäten zu ermöglichen. UK ist dabei nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung oder Unterstützung der vorhandenen Sprachfähigkeiten zu verstehen.
Individuelle Lösungen für individuelle Bedürfnisse 
Aphasie ist so unterschiedlich wie die Menschen, die davon betroffen sind. Erfolgreiche Unterstützte Kommunikation zeichnet sich dadurch aus, dass sie:
- individuell angepasst ist,
- sich an den Alltagssituationen orientiert und
- flexibel kombiniert werden kann (z. B. Gesten + Bilder + Sprache)
Je nach Fähigkeiten und Bedürfnissen kommen einfache symbolbasierte Systeme ebenso zum Einsatz wie elektronische Kommunikationshilfen.
So trägt UK dazu bei, die betroffenen Menschen wieder in Kommunikation zu bringen:
- Sprachverständnis wird gefördert,
- Sprachbarrieren werden überbrückt,
- Selbstständigkeit und Teilhabe wiederhergestellt und
- Frustration und Belastung reduziert.
Zudem sollte Unterstützte Kommunikation frühzeitig in die Therapie einbezogen werden – auch schon in der Akutphase.
Der Vorteil:
- Betroffene haben von Beginn an Möglichkeiten, um wieder in Kommunikation zu kommen,

- Angehörige werden früh eingebunden und
- wichtige Alltagssituationen bleiben zugänglich.
„Für Menschen mit erworbener Aphasie tritt die Veränderung in der Kommunikation sehr plötzlich ein, sodass der Einsatz von Unterstützter Kommunikation oft völliges Neuland ist. Es ist wirklich wichtig, dass alle Menschen in ihrem Umfeld dazu beitragen, die Anwesenheit des Geräts zu normalisieren, und sich an dessen Nutzung während Gesprächen beteiligen. Es liegt nicht allein in der Verantwortung der Person mit Aphasie, die Nutzung des Geräts zu initiieren oder damit umgehen zu können. Wenn UK als gemeinsames Werkzeug betrachtet wird, das von der Familie, Betreuer:innen und Freund:innen gemeinsam genutzt wird, wird es viel wirkungsvoller. Alle profitieren davon, wenn Kommunikation wirklich eine Teamleistung ist.“
Alyssa, Sprachtherapeutin, Sirona Care & Health
Wenn Worte fehlen: Digitale Hilfe für mehr Teilhabe 
Aphasia Duo – Kommunikation neu gedacht
Aphasia Duo ist ein speziell entwickelter Kommunikationsinhalt innerhalb der Software Grid (Grid 3 oder Grid for iPad), der von Smartbox und REHAVISTA gezielt für Menschen mit Aphasie konzipiert wurde.
Aphasia Duo umfasst zwei Symbolvokabulare mit neun oder 16 Feldern, die eine einfache, strukturierte und alltagsnahe Kommunikation über viele persönlich relevante Themen hinweg ermöglichen. Beide Seitensets bieten vielfältige Inhalte zur Unterstützung in der kommunikativen Situation, darunter Ja-/Nein- und Einschätzungsskalen sowie Gesprächshilfen für das Umfeld. So bieten sie auch dem Umfeld der Betroffenen eine effektive Hilfe, um Kommunikationsabbrüchen entgegenzuwirken. 
Besonders wichtig: Die Gestaltung ist erwachsenengerecht, mit klar verständlichen Symbolen und einer durchdachten Farbstruktur – angepasst an die Bedürfnisse von Menschen mit Aphasie und anderen erworbenen Sprachstörungen.
Das Ziel ist, Kommunikation zu sichern, Teilhabe zu ermöglichen und Selbstbestimmung zurückzugewinnen. Aphasia Duo zeigt exemplarisch, wie moderne Unterstützte Kommunikation konkret aussehen kann – individuell anpassbar, praxisnah und sofort im Alltag einsatzbereit.