UK in der häuslichen Pflege
Alltagserleichterung durch Kommunikationshilfen
Menschen sind aus den unterschiedlichsten Gründen pflegebedürftig: nicht selten ist mit der vorliegenden Erkrankung bzw. Behinderung eine Beatmung erforderlich oder weitere einhergehende Einschränkungen wirken sich temporär oder dauerhaft negativ auf die kommunikativen Möglichkeiten der Betroffenen aus. Zu diesem Kreis gehören neben Kindern mit Frühschädigungen auch Erwachsene mit erworbenen und/oder fortschreitenden Schädigungen, wie z.B. Amyotropher Lateralsklerose (ALS), Muskeldystrophie, Locked-in-Syndrom (LIS) oder Schädel-Hirn-Trauma (SHT).
Innerhalb der Rehabilitation beschäftigt sich das interdisziplinäre Fachgebiet der Unterstützten Kommunikation (UK) mit den Bedürfnissen dieser Menschen und verfolgt dabei das Ziel der Kommunikationsverbesserung, um Selbstbestimmung und Partizipation im Alltag zu fördern und zu sichern. Dabei kann die UK in der (häuslichen) Pflege mehrere Funktionen erfüllen: die Kommunikation in und über die Pflegesituation zu verbessern und diese zeitlich effizienter machen. Zu Pflegende können mit Hilfe von Kommunikationshilfen konkret Wünsche formulieren oder Hinweise geben, das zeitintensive Abfragen und Erraten entfällt. Mit Hilfe von Talkern können die Nutzer:innen den Pflegenden auf Augenhöhe begegnen und auch mit der Person abseits von Pflegethemen kommunizieren. Emotionale Themen und Fragen können so beispielsweise besprochen werden. Schließlich erlaubt eine Kommunikationshilfe auch die Teilhabe und Auswahl von Angeboten in der Freizeitgestaltung und dem Gruppengeschehen innerhalb einer Pflege-Einrichtung.
Über Kommunikationsgeräte wie die Grid Pads können Anwender:innen zudem autonom Unterhaltungsmedien, Telefon und Licht bedienen, ohne jemanden um Hilfe bitten zu müssen.