News, Unterstützte Kommunikation | Veröffentlicht am 24.06.2026

Oliver: Identität, Pride und UK

„UK hat mir meine Stimme zurückgegeben – und den Raum, ich selbst zu sein.“

Oliver ist vieles: Rollstuhl-Rugby-League-Spieler, Geschichtsabsolvent, LGBTQIA+ Aktivist – und UK-Nutzer. Vor allem aber ist er eine Person mit einer klaren Identität und einer starken Stimme. Er lebt in Großbritannien und kommuniziert vollständig über Unterstützte Kommunikation (UK). Sein Weg dorthin war kein leichter – aber er ist geprägt von Mut, Selbstbestimmung und dem Wunsch, gehört zu werden.

Oliver identifiziert sich als asexueller, nicht-binärer Transmann und teilt online offen Inhalte über Behinderung, Kommunikation, psychische Gesundheit und Inklusion. Er ist autistisch und hat Tourette-Syndrom sowie eine schizoaffektive Störung (bipolarer Typ), neben weiteren Beeinträchtigungen. Vor Kurzem hat er begonnen, sein Grid Pad 13 mit der Evo-Augensteuerung zu nutzen.

Tourette prägt Olivers gesamtes Leben – seine Kommunikation, Mobilität und seinen Alltag. Er kann nicht laufen, nutzt einen Rollstuhl und braucht in vielen Alltagssituationen Unterstützung. Auch sogenannte „Tic-Attacken“ gehören dazu – intensive Episoden, die Stunden oder Tage dauern können.  Gleichzeitig widerspricht er gängigen Vorurteilen: „Tourette ist nicht nur Fluchen. Und es ist kein Witz.“ Sein Appell: mehr Verständnis – und weniger Stigmatisierung.

Identität sichtbar machen – besonders im Pride Month

Für Oliver ist UK mehr als Kommunikation. Sie ist ein Werkzeug für Identität und Selbstbestimmung. „Ich bin ein asexueller, nicht-binärer Transmann. UK muss mir ermöglichen, genau das auszudrücken.“ Er macht deutlich, wie oft UK-Nutzer:innen unterschätzt werden: „Viele sehen UK-Nutzer:innen als Kinder oder glauben, wir könnten Geschlecht und Sexualität nicht verstehen.“

Für ihn ist klar: Sprache bedeutet Zugang – auch zur eigenen Identität. Gerade im Pride Month betont er, wie wichtig Sichtbarkeit und Repräsentation sind: „LGBTQIA+-UK-Nutzer:innen existieren – und wir verdienen die gleichen Möglichkeiten, unsere Identität auszudrücken wie alle anderen.“ Dazu gehört auch die passende Technik: Stimmen, Begriffe und Symbole, die Vielfalt abbilden.

„Gemeinschaft kann ein Lebensanker sein.“

Neben UK spielt für Oliver vor allem eines eine zentrale Rolle: Gemeinschaft. Besonders wichtig ist für ihn der Austausch mit anderen LGBTQIA+- und UK-Nutzer:innen. Hier findet er Verständnis, Zugehörigkeit – und Stärke. Auch im Sport hat er diesen Ort gefunden. Im Rollstuhl-Rugby-League: „Der Sport ist lebensrettend für mich.“ Er wird hier akzeptiert – als trans Person, als nichtsprechender Mensch, als Teil eines Teams.

Was echte Inklusion bedeutet

Oliver macht klar: Barrierefreiheit ist keine feste Größe. „Nichts ist vollständig barrierefrei.“ Inklusion bedeutet für ihn, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen, zuzuhören und auch Kritik anzunehmen. Seine Erfahrung zeigt, wie groß der Unterschied sein kann: zwischen Ablehnung und echtem Verständnis.

Mehr von Oliver lesen

Mehr über Oliver erfahren Sie im Interview oder in seinen Blogs und Gedichten auf The Tudors make me tic.

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